Schmelzofen

Ein Schmelzofen aus einer Propangasflasche ist natürlich nichts Historisches aber ein Mittel zum Zweck 🙂 Die Idee stammt nicht von mir sondern von hier http://www.flamingfurnace.com/2010/10/my-second-furnace.html

Mir geht es bei diesem Ofen darum Bronze und Messing zu schmelzen und zu gießen.

Hier mein Entwurf:Schmelzofen Entwurf

Die Luft soll wie abgebildet in die runde Brennkammer geleitet werden um im Optimalfall einen gleichmäßigen Luftstrom zu bilden. Bei einem Testofen war die Luftzufuhr grade in die Brennkammer gerichtet so kam es gegenüberliegend zu Verwirbelungen und einem Hitzemaximum.

Natürlich muss die Propangasflasche restlos leer sein bevor man sie gefahrlos aufsägen kann. Um dies zu gewährleisten habe ich zuerst das Ventil abgeschraubt und dann die Flasche vollständig mit Wasser gefüllt und einige Male dagegen getreten um eventuelle Gasblasen zu lösen.Gasflasche leeren

Auch nachdem die Flasche einige Tage auf dem Kopf stand (Propangas ist schwerer als Luft), war der Gasgeruch immernoch penetrant, scheinbar nimmt die Lackierung im Inneren den Geruch an. Obwohl mich das ein wenig verunsichert hat, konnte ich die Flasche gefahrlos öffnen.

Damit mir später keiner vorwirft ich hätte irgendwen auf dem Gewissen, weise ich hier nochmal ausdrücklich darauf hin 😉  Die Flasche MUSS RESTLOS ENTLEERT sein! – Im Zweifelsfall wendet euch an einen Fachmann, man kann auch bereits geleerte Flaschen kaufen. Wenn die Flasche nicht leer ist das sehr gefährlich!

Schmelzofen Deckel ausgesägt

Der abgesägte obere teil der Gasflasche soll später als Deckel dienen um den Funkenflug ein wenig unter Kontrolle zu halten und den Wärmeverlust zu verringern. Das Scharnier besteht aus vier Rechtecken. Die unteren haben wie auf dem Foto zu sehen eine abgerundete Ecke.Scharnier Ofen

Wenn ihr das Scharnier mit einer Achse versehen habt, klappt es durch die Form nicht zum Boden über, sondern Arretiert leicht nach hinten geneigt.

Der nächste Schritt war nun die Luftzufuhr an zu bringen, dazu zuerst ein Loch in die Gasflasche sägen.Luftzufuhr ausgesägt

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Diesmal wollte ich die Luftmenge regulieren können, musste also ein Ventil bauen. Die einfachste Konstruktion schien mir eine runde Metallplatte die auf einer Achse drehbar ist.

Zuschnitt:Ventil zuschnitt

Um das Ventil möglichst nah am Ofen positionieren zu können, musste ich das Rohr erst zersägen. Als nächstes für die Ventilachse ein Loch Bohren. Die Achse selber sollte ein Nagel werden. Um das Ventil auf der richtigen Position fest zu schweißen habe ich einen Holzstab als Hilfsmittel verwendet: Den Stab einspannen, das Rohr aufstecken, oben auf den Stab das spätere  Ventil Legen, mit dem Nagel Fixieren, dann könnt ihr es verschweißen. Ventil verschweißenVentil innen

Jetzt das Rohr wieder zu schweißen.Ventil fertig

Da der Nagel parallel zum Plättchen gebogen ist, ist das Ventil zu wenn er senkrecht zum Rohr steht und offen wenn der Parallel ist, so kann man genau sehen was man tut.

Montage:Schmelzofen Innen

Damit ist die Grundkonstruktion fertig. Als nächstes ist die Brennkammer drann.

Als Isolation zuerst mit Glasfasermatte auslegen, das ist nicht nötig aber potentiell kommt ihr schneller auf Temperatur und der Beton bekommt nicht so schnell Risse wenn er dünner ist. Verwendet hier am besten Handschuhe und einen Atemschutz.

Man sieht dass ich die Luftzufuhr mit einem Luftballon verschlossen habe (etwas anderes hatte ich nicht da und von solchen Kleinigkeiten lässt man sich nicht aufhalten 🙂 ), damit der Beton ihn später nicht eindrückt steckt dahinter ein papp Stopfen.

Die Brennkammer besteht aus feuerfestem Beton – Hitzebeständig bis 1600°C. Im Baumarkt habe ich bisher nur feuerfesten Zement gesehen bis 1200°C. Wenn ihr Messing oder Bronze gießen wollt müsst ihr schon 1200 – 1300°C aufbringen. Die angegebenen Temperaturen bei Zement oder Beton sind im Grunde eine Sache der Haltbarkeit – normaler Zement geht dann einfach schneller kaputt.

Zuerst bis zum späteren Boden der Brennkammer auffüllen.

Als Platzhalter für die eigentliche Brennkammer diente ein mit Sand befüllter Plastikblumentopf. Die Luft ringsum mit Beton ausfüllen.

Am Deckel war ein Holzklotz Platzhalter für das Luftloch.

Je nach verwendetem Beton kann man nach einiger Zeit den Sand abschütten und den Topf sowie den Holzklotz entfernen.

Jetzt muss noch der Luftballon und Pappe entfernt werden, Scharnier zusammensetzen – fertig:

Zum Pusten reicht ein normaler Föhn, Steinkohle brennt heißer als Holzkohle geht aber beides. Passt auf den Funkenflug auf für indoor ist das nix.